Vorwort
Ennest wurde im Jahre 1175 erstmal urkundlich erwähnt. Die Ortschaft war über die Jahrhunderte geprägt von der Landwirtschaft, im Ortskern waren zahlreiche grosse Gehöfte zu finden. Heute hat das Dorf Ennest etwa 2000 Einwohner, zum Ausrückebezirk des Löschzuges Ennest gehören neben Ennest auch die Ortschaften Holzweg und Milstenau, sowie die Gehöfte Oberbremge und Waterland. Weiterhin gehören zum Bezirk der Ennester Wehr auch die Industriegebiete Ennest, Askay und Donnerwenge welche seit Mitte der 80er Jahre nach und nach entstanden sind
Die Ennester Feuerwehr hat dabei den grossen Sprung von der althergebrachten Dorffeuerwehr zum modernen 24-Stunden-Dienstleister geschafft, ohne aber ihre Wurzeln als "Dorffeuerwehr" aus den Augen zu verlieren.
1913 bis heute
Die Freiwillige Feuerwehr Ennest wurde am 13.Juni 1913 gegründet.
Zum Transport der Löschgeräte zur Einsatzstelle dienten Anhänger für Pferdezug und Handkarren. 1938 wurde die erste Motorpumpe beschaft. Während des 2.Weltkrieges wurde die Feuerwehr Ennest nach Luftangriffen auch in Attendorn und Olpe tätig. Die zum Kriegsdienst eingezogenen Kameraden wurden im Feuerwehrdienst teilweise durch HJ-Kräfte ersetzt.
1948 wurde in Ennest ein Musikzug gegründet, welcher sich der Feuerwehr anschloss.
1962 bekam die Ennester Feuerwehr endlich das erste eigene Löschfahrzeug ein Tragkraftspritzenfahrzeug-Trupp (TSF-T), aufgebaut auf einem VW-Bulli.
Das Fahrzeug konnte 3 Mann Besatzung (Truppbesatzung), Armaturen und Schläuche, sowie eine Motorpumpe (Tragkraftspritze) transportieren. Der Wagen ist im Originalzustand noch im Attendorner Feuerwehrmuseum zu bewundern. Die Einsätze jener Zeit waren meist Brandeinsätze in der Landwirtschaft, sowie Waldbrände im Sommer.
Erst 1965 wurden nach einem Brandeinsatz mit tödlichem Ausgang die ersten zwei (gebrauchten) Atemschutzgeräte beschafft.
Durch die kommunale Neugliederung im Jahre 1969 wurde aus der Feuerwehr Ennest eine Teileinheit der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Attendorn, die Löschgruppe Ennest.
1978, als die Beschaffung eines neuen Fahrzeuges anstand, wurde das kleine Spritzenhaus in der Dorfmitte endgültig zu eng und mußte ohnehin dem Neubau der Sparkasse weichen.
Am Biekegang wurde, mitten in einem Wohngebiet, das neue Gerätehaus in Fertigbauweise mit zunächst nur einem Fahrzeugstellplatz errichtet. Für die damaligen Verhältnisse war der Bau angemessen, dies sollte sich aber rasch ändern.
Im September 1979 wurde in Ennest eine Jugendfeuerwehr gegründet. Eine große Anzahl der heutigen Aktiven Kameraden ist aus dieser Jugendfeuerwehr hervorgegangen.
1988 feierte die Ennester Feuerwehr das 75-jährige Jubiläum.
Durch den Ausbau des Ennester Industriegebietes musste natürlich auch die Feuerwehr erweitert werden, stetig steigende Einsatzzahlen in der Industrie belegen dies.
1991 wurde an das Gerätehaus eine zweite Fahrzeughalle angebaut, um das dringend erforderliche zweite Löschfahrzeug aufnehmen zu können. Nach der Fertigstellung der zweiten Fahrzeugbox wurde provisorisch ein Löschgruppenfahrzeug LF16-TS aus Attendorn in Ennest als zweites Fahrzug in Dienst gestellt.
Gleichzeitig lief die Beschaffung eine neuen Löschgruppenfahrzeuges LF16/12 an. Das Fahrzeug hat einen Löschwassertank von 1600 Liter, und zur Beladung gehören unter anderem ein tragbarer Stromerzeuger, Lichtmasten, Belüftungsgeräte sowie Atemschutzgeräte, welche so angebracht sind, das sich ein Trupp bereits während der Anfahrt zur Einsatzstelle komplett ausrüsten kann. Das Fahrzeug war übrigens das erste LF16/12 im Kreis Olpe, und das erste Feuerwehrfahrzeug im Kreis, welches mit FMS-Statusgeber ausgerüstet wurde. Das neue Fahrzeug wurde im Dezember 1992 ausgeliefert, gleichzeitig ging das geliehene LF16-TS an den LZ Attendorn zurück.
Nach 20 Jahren im Dienst wurde 1998 dann auch das Tragkraftspritzenfahrzeug von 1978 ausgemustert, und das LF16-TS vom LZ Attendorn kam ein weiteres mal nach Ennest. Diesmal allerdings nicht als Provisorium, sonder auf Dauer.
1999 standen auch organisatorische Änderungen für die Ennester Feuerwehr an.
In den Jahren 2004/2005 ist in Ennest an der Milstenauer Strasse das dringend erforderliche neue Gerätehaus mit separaten Räumlichkeiten für den Musikzug entstanden.
Das Gerätehaus verfügt über 3 Fahrzeughallen, sowie Werkstatt, Schulungs- und Büroräume . Ferner ist eine eigene Feuerwehrzufahrt ins Industriegebiet gebaut worden. Eine Gebäudeerweiterung in der Zukunft ist aufgrund der Grundstücksgrösse ohne Probleme zu realisieren. Selbst die Gebäudetechnik ist bereits auf eine eventuelle Erweiterung hin ausgelegt. Das Gebäude hat eine Nutzfläche von rund 1100qm, die Gesamtgrundstückfläche beläuft sich auf über 3000 qm. Der endgültige Umzug von Löschzug und Musikzug in das neue Gebäude erfolgte zum 01. August 2005.
Im Frühjahr 2009 wurde durch die Stadt Attendorn ein neues Löschgruppenfahrzeug LF20/16 für den LZ Ennest beim Hersteller bestellt. Das Fahrzeug ist auf einem 14,5 -Tonnen Allradfahrgestell mit 300 PS aufgebaut. Es verfügt über einen Löschwasserbehälter mit 2000 Liter Inhalt, 2 separate Schaummitteltanks sowie eine automatische Zumischeinrichtung „CaddySys" Ferner gehören unter anderem 6 Atemschutzgeräte sowie ein tragbarer Stromerzeuger zur Beladung. Das Fahrzeug wurde der Feuerwehr am 30.November im Werk übergeben. Am 1.Dezember 2009 erfolgte die Indienststellung beim Löschzug Ennest.
Am 21. Dezember 2009 wurde dann das LF16-Ts , Bj.1981 ausser Dienst gestellt. Das Fahrzeug wird vorraussichtlich in den Besitz des Attendorner Feuerwehrmuseums übergehen.
Der Abrollbehälter dient zur Dekontamination von Verletzten nach Einsätzen mit ABC-Gefahrstoffen, und wird Landesweit eingesetzt werden. Zur Zeit wird für den Transport ein Trägerfahrzeug des Kreises Olpe eingesetzt, welches in Attendorn steht. Mittelfristig wird sicherlich ein weiteres Fahrzeug kommunal beschafft werden, zumal das Wechselladersystem noch weiter ausgebaut werden wird.
Zwei Gruppen können Tag und Nacht über digitale Funkmeldeempfänger alarmiert werden. Bei größerem Personalbedarf läuft auch weiterhin die Feuersirene auf dem Schuldach. Im Schnitt rücken die ehrenamtlichen Helfer des LZ Ennest zu 35 Einsätzen im Jahr aus.
Die Führer der Ennester Feuerwehr
1913 bis 1927 Wehrführer Brandmeister Josef Pöggeler
1927 bis 1951 Wehrführer Brandmeister Robert Stuff
1951 bis 1970 Wehrführer Oberbrandmeister Kurt Schmelzer (auch stellv. Amtswehrführer)
1970 bis 1978 Löschgruppenführer Hauptbrandmeister Bernhard Prass (auch stellv. Kreisbrandmeister)
1978 bis 1990 Löschgruppenführer Oberbrandmeister Artur Gründer
1990 bis 2000 Löschgruppen/Zugführer Stadtbrandinspektor Helmut Schneider (auch stellv. Stadtbrandmeister)
2000 bis 2005 Löschzugführer Brandinspektor Klaus Schröder
seit 2005 Löschzugführer Brandoberinspektor Elmar Stuff
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