05 September 2010
 
 

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Vorwort

Der Ort Ennest ein Stadtteil der Stadt Attendorn im Kreis Olpe, Südsauerland (NRW).

Ennest wurde im Jahre 1175 erstmal urkundlich erwähnt. Die Ortschaft war über die Jahrhunderte geprägt von der Landwirtschaft, im Ortskern waren zahlreiche grosse Gehöfte zu finden. 

In den 1960 Jahren begann der Wandel mit dem Aussiedeln der Höfe aus dem Ortskern, weiterhin siedelten sich einige kleinere Industriebetriebe ausserhalb des Ortes an.


Heute hat das Dorf Ennest etwa 2000 Einwohner, zum Ausrückebezirk des Löschzuges Ennest gehören neben Ennest auch die Ortschaften Holzweg und Milstenau, sowie die Gehöfte Oberbremge und Waterland. Weiterhin gehören zum Bezirk der Ennester Wehr auch die Industriegebiete Ennest, Askay und Donnerwenge welche seit Mitte der 80er Jahre nach und nach entstanden sind

 


Insgesamt stellt der Löschzug Ennest Brandschutz und Hilfeleistung für etwa 2500 Einwohner und ca.3000 Beschäftigte in den angesiedelten Betrieben sicher.

 


Dez.2009  3 Generationen von Löschgruppenfahrzeugen beim LZ Ennest


Mit dem Entstehen und dem Ausbau der Ennester Industriegebiete auf eine Grösse von über 100 Hektar, war die Feuerwehr stets gefordert, sich an neue Gegebenheiten rasch anpassen zu müssen. Personelle Erweiterung, ständige Aus-und Fortbildung auf hohem Niveau, sowie eine, den Anforderungen an eine moderne Feuerwehr entsprechende, immer wieder erneuerte technische Ausstattung, prägten die Ennester Feuerwehr in den vergangenen 20 Jahren stärker, als alle Jahre zuvor.

 

Die Ennester Feuerwehr hat dabei den grossen Sprung von der althergebrachten Dorffeuerwehr zum modernen 24-Stunden-Dienstleister geschafft, ohne aber ihre Wurzeln als "Dorffeuerwehr" aus den Augen zu verlieren.





Die Geschichte der Ennester Feuerwehr

 

1913 bis heute


 

Die Freiwillige Feuerwehr Ennest wurde am 13.Juni 1913 gegründet.

25 Männer der damaligen Schulgemeinde Ennest erklärten mit ihrer Unterschrift den Beitritt zur Freiwilligen Feuerwehr Ennest.

 

Spritzenhaus 1928 bis 1978


1928 wurde an der Stelle der heutigen Sparkasse das erste Spritzenhaus errichtet.


 

Feuerwehr Ennest um 1935


Zum Transport der Löschgeräte zur Einsatzstelle dienten Anhänger für Pferdezug und Handkarren.


1938 wurde die erste Motorpumpe beschaft.

Während des 2.Weltkrieges wurde die Feuerwehr Ennest nach Luftangriffen auch in Attendorn und Olpe tätig. Die zum Kriegsdienst eingezogenen Kameraden wurden im Feuerwehrdienst teilweise durch HJ-Kräfte ersetzt.

 


1948 wurde in Ennest ein Musikzug gegründet, welcher sich der Feuerwehr anschloss.


 

1962 bekam die Ennester Feuerwehr endlich das erste eigene Löschfahrzeug ein Tragkraftspritzenfahrzeug-Trupp (TSF-T),  aufgebaut auf einem VW-Bulli.


TSF-T 1962 bis 1978


 

 

Das Fahrzeug konnte 3 Mann Besatzung (Truppbesatzung), Armaturen und Schläuche, sowie eine Motorpumpe (Tragkraftspritze) transportieren.

Der Wagen ist im Originalzustand noch im Attendorner Feuerwehrmuseum zu bewundern. Die Einsätze jener Zeit waren meist Brandeinsätze in der Landwirtschaft, sowie Waldbrände im Sommer.



Feuerwehr Ennest 1962

 

 

Erst 1965 wurden nach einem Brandeinsatz mit tödlichem Ausgang die ersten zwei (gebrauchten) Atemschutzgeräte beschafft.

 

Durch die kommunale Neugliederung im Jahre 1969 wurde aus der Feuerwehr Ennest eine Teileinheit der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Attendorn, die Löschgruppe Ennest.

 


1978, als die Beschaffung eines neuen Fahrzeuges anstand, wurde das kleine Spritzenhaus in der Dorfmitte endgültig zu eng und mußte ohnehin dem Neubau der Sparkasse weichen.



Löschgruppe Ennest 1978

 

 

Am Biekegang wurde, mitten in einem Wohngebiet, das neue Gerätehaus in Fertigbauweise mit zunächst nur einem Fahrzeugstellplatz errichtet. Für die damaligen Verhältnisse war der Bau angemessen, dies sollte sich aber rasch ändern.

Gleichzeitig ersetzte ein neues Tragkraftspritzenfahrzeug TSF auf VW-LT 31 das alte Vorgängermodell. Das neue Fahrzeug verfügte über Sitzplätze für 6 Personen (Staffelbesatzung) die übliche Beladung zur Brandbekämpfung und eine Motorpumpe, außerdem 4 Atemschutzgeräte.

Tragkraftspritzenfahrzeug TSF 1978 bis 1998


Im September 1979 wurde in Ennest eine Jugendfeuerwehr gegründet. Eine große Anzahl der heutigen Aktiven Kameraden ist aus dieser Jugendfeuerwehr hervorgegangen.


Ab 1986 bildete die Löschgruppe Ennest zusammen mit den Löschgruppen Windhausen und Lichtringhausen den, mit 3 baugleichen TSF ausgestatteten, Löschzug "Wasser".  Im Einsatzfall konnte dieser Zug durch ein LF16-TS und einen Schlauchwagen SW-2000-Tr vom LZ Attendorn ergänzt werden.

1988 feierte die Ennester Feuerwehr das 75-jährige Jubiläum.  


Löschgruppe Ennest 1987

 

 

 

Durch den Ausbau des Ennester Industriegebietes musste natürlich auch die Feuerwehr erweitert werden, stetig steigende Einsatzzahlen in der Industrie belegen dies.

Gerätehaus am Biekegang, nach Anbau 1991

 

 

 

1991 wurde an das Gerätehaus eine zweite Fahrzeughalle angebaut, um das dringend erforderliche zweite Löschfahrzeug aufnehmen zu können.

Nach der Fertigstellung der zweiten Fahrzeugbox wurde provisorisch ein Löschgruppenfahrzeug LF16-TS aus Attendorn in Ennest als zweites Fahrzug in Dienst gestellt.


 

Gleichzeitig lief die Beschaffung eine neuen Löschgruppenfahrzeuges LF16/12 an.

Das Fahrzeug hat einen Löschwassertank von 1600 Liter, und zur Beladung gehören unter anderem ein tragbarer Stromerzeuger, Lichtmasten, Belüftungsgeräte sowie Atemschutzgeräte, welche so angebracht sind, das sich ein Trupp bereits während der Anfahrt  zur Einsatzstelle komplett ausrüsten kann. Das Fahrzeug war übrigens das erste LF16/12 im Kreis Olpe, und das erste Feuerwehrfahrzeug im Kreis, welches mit FMS-Statusgeber ausgerüstet wurde.


Das neue Fahrzeug wurde im Dezember 1992 ausgeliefert, gleichzeitig ging das geliehene LF16-TS an den LZ Attendorn zurück.




Löschgruppenfahrzeug LF16/12  Baujahr 1992


 

 

Nach 20 Jahren im Dienst wurde 1998 dann auch das Tragkraftspritzenfahrzeug von 1978 ausgemustert, und das LF16-TS vom LZ Attendorn kam ein weiteres mal nach Ennest. Diesmal allerdings nicht als Provisorium, sonder auf Dauer.


1999 wurde das bereits 18 Jahre alte Fahrzeug dann von der Ennester Wehr in Eigenleistung umgebaut. Der feuerwehrtechnische Aufbau wurde komplett zerlegt, und neu ausgebaut und die Beladung wurde praxisgerecht ergänzt und erweitert.
Weiterhin war das Fahrzeug bis vor wenigen Jahren auch als feuerwehreigener Fahrschulwagen im Einsatz. Hierzu konnte eine zweite Pedalgarnitur montiert werden.


Löschgruppenfahrzeug LF16-TS Bj.1981, seit 1998 in Ennest


 

 

1999 standen auch organisatorische Änderungen für die Ennester Feuerwehr an.
Der Löschzug Wasser wurde aufgelöst, und die Löschgruppe Ennest wurde nach 86 Jahren, unter anderem aufgrund der kontinuierlich hohen Personalstärke, zum eigenständigen Löschzug Ennest heraufgestuft.
Im gleichen Jahr hielt auch die moderne Fernmeldetechnik Einzug bei der Feuerwehr. Die Gerätehäuser in der Stadt Attendorn wurden mit analogen Telefonanschlüssen versorgt!


Löschzug Ennest 1999

 

 

In den Jahren 2004/2005 ist in Ennest an der Milstenauer Strasse das dringend erforderliche neue Gerätehaus mit separaten Räumlichkeiten für den Musikzug entstanden.

 

Das Gerätehaus verfügt über 3 Fahrzeughallen, sowie Werkstatt, Schulungs- und Büroräume .

Ferner ist eine eigene Feuerwehrzufahrt ins Industriegebiet gebaut worden.

Eine Gebäudeerweiterung in der Zukunft ist aufgrund der Grundstücksgrösse ohne Probleme zu realisieren. Selbst die Gebäudetechnik ist bereits auf eine eventuelle Erweiterung hin ausgelegt. Das Gebäude hat eine Nutzfläche von rund 1100qm, die Gesamtgrundstückfläche beläuft sich auf über 3000 qm.

Der endgültige Umzug von Löschzug und Musikzug in das neue Gebäude erfolgte zum 01. August 2005.

Gerätehaus 2005


 

 

 

Im Frühjahr 2009 wurde durch die Stadt Attendorn ein neues Löschgruppenfahrzeug LF20/16 für den LZ Ennest beim Hersteller bestellt.

Das Fahrzeug ist auf einem 14,5 -Tonnen Allradfahrgestell mit 300 PS aufgebaut. Es verfügt über einen Löschwasserbehälter mit 2000 Liter Inhalt, 2 separate Schaummitteltanks sowie eine automatische Zumischeinrichtung „CaddySys" Ferner gehören unter anderem 6 Atemschutzgeräte sowie ein tragbarer Stromerzeuger zur Beladung.

Das Fahrzeug wurde der Feuerwehr am 30.November im Werk übergeben. Am 1.Dezember 2009 erfolgte die Indienststellung beim Löschzug Ennest.

 

LF20/16


Am 21. Dezember 2009 wurde dann das LF16-Ts , Bj.1981 ausser Dienst gestellt.

Das Fahrzeug wird vorraussichtlich in den Besitz des Attendorner Feuerwehrmuseums übergehen.



Zum Jahresende 2009 wurde durch den Kreis Olpe eine Abrollbehälter V-Dekon des Landeskatastrophenschutzes NRW beim LZ Ennest stationiert.


Der Container wurde am 22.Dezember 2009 in Münster durch die Feuerwehr abgeholt.

Der Abrollbehälter dient zur Dekontamination von Verletzten nach Einsätzen mit ABC-Gefahrstoffen, und wird Landesweit eingesetzt werden. Zur Zeit wird für den Transport ein Trägerfahrzeug des Kreises Olpe eingesetzt, welches in Attendorn steht. Mittelfristig wird sicherlich ein weiteres Fahrzeug kommunal beschafft werden, zumal das Wechselladersystem noch weiter ausgebaut werden wird.









Aktuelle Zahlen und Fakten:



Der Löschzug Ennest ist, aufgrund der Stärke des aktiven Personals am Standort, eine der grössten Feuerwehreinheiten im Kreis Olpe.
Zur Zeit sind 60 Kameraden aktiv im Löschzug tätig, dazu kommen noch 15 Jugendfeuerwehrleute zwischen 10 und 17 Jahren, sowie 17 Kameraden der Ehrenabteilung (ab 60 Jahren).



Löschzug Ennest  2007

 

 

 

Zwei Gruppen können Tag und Nacht über digitale Funkmeldeempfänger alarmiert werden.

Bei größerem Personalbedarf läuft auch weiterhin die Feuersirene auf dem Schuldach.

Im Schnitt rücken die ehrenamtlichen Helfer des LZ Ennest zu 35 Einsätzen im Jahr aus.


Rund 40 Kameraden sind ausgebildete Atemschutzgeräteträger, fast 30 Kameraden davon haben eine Zusatzausbildung für die Einsätze mit ABC-Gefahrstoffen. 3 Kameraden haben die Qualifikation "ABC-2 -Führen im ABC-Einsatz" , davon übt einer die Funktion "Fachberater Chemie" für den Kreis Olpe aus.
4 Kameraden des LZ Ennest sind durch den Kreis Olpe zu Rettungssanitäter und Rettungshelfern ausgebildet worden. In dieser Funktion werden Diese unter anderem bei Grosschadenslagen ManV eingesetzt. Ferner sind Diese aufgrund ihrer Ausbildung in der Lage, einen rettungsdienstlichen Schutz für die Kameraden des Löschzuges bei medizinischen Notlagen und Unfällen während Übung und Einsatz sicherzustellen.


Die Führungsgruppe um Zugführer BOI Stuff besteht zur Zeit aus 2 Kameraden mit Verbandsführerausbildung,
zwei Kameraden sind zum Zugführer ausgebildet, und weitere Sechs haben eine Ausbildung zum Gruppenführer.


 


 

Standarte FW Ennest

 

 

 

Die Führer der Ennester Feuerwehr


1913 bis heute


 

 

1913 bis 1927 Wehrführer Brandmeister Josef Pöggeler


 

1927 bis 1951 Wehrführer Brandmeister Robert Stuff


 

1951 bis 1970 Wehrführer Oberbrandmeister Kurt Schmelzer

(auch stellv. Amtswehrführer)


 

1970 bis 1978 Löschgruppenführer Hauptbrandmeister Bernhard Prass

(auch stellv. Kreisbrandmeister)


 

1978 bis 1990 Löschgruppenführer Oberbrandmeister Artur Gründer


 

1990 bis 2000 Löschgruppen/Zugführer Stadtbrandinspektor Helmut Schneider

(auch stellv. Stadtbrandmeister)


 

2000 bis 2005 Löschzugführer Brandinspektor Klaus Schröder


 

seit 2005 Löschzugführer Brandoberinspektor Elmar Stuff